“Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi” – sagte der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshof Karl Korinek kürzlich. Die Fakten zeichnen ein ähnliches Bild der Situation. Seit den Terroranschlägen am 11. September. 2001 in Washington und New York wird auch in Österreich der Rechtstaat immer weiter ausgehöhlt. Beispiele dafür gibt es genügend, einige davon werde ich nun erläutern.
Mit dem Sicherheitspolizeigesetz ist es der Polizei erlaubt ohne richterliche Genehmigung IP Adressen ausfindig zu machen, Lauschangriffe durchzuführen und die Kommunikation über das Internet zu überwachen.
Überwachung auf deinem PC
Im Regierungsprogramm der Regierung Faymann ist vom so genannten Ö-Trojaner zu lesen. Dies ist ein Programm, das auf dem Computer eines Verdächtigen installiert wird und dazu dienen soll, Daten zu sammeln und an die Polizei weiterzuleiten. Hierbei handelt es sich um nichts weiter als um so genannte Spyware, die üblicherweise von kriminellen verwendet wird um Passwörter oder sensible Daten auszuspähen.
Sogar die Reisefreiheit ist eingeschränkt
Wer das 13. Lebensjahr erreicht hat muss um einen Reisepass zu bekommen seinen Fingerabdruck abgeben. Da man ohne einen Reisepass in viele Länder nicht bzw. nur erschwert einreisen kann ist man dazu gezwungen diese Reisen zu unterlassen oder seinen Fingerabdruck preiszugeben.
Im Rechtstaat gilt die Unschuldsvermutung – niemand muss beweisen, dass man nichts zu verbergen hat!
Konservative hört man oft sagen “Wer nichts zu verbergen hat, hat von den Überwachungsmaßnahmen auch nichts zu befürchten”. Das mag schon sein, nur verlässt man mit dieser Argumentation den Boden des Rechtstaates. Angenommen man lebt im Iran, ist streng gläubiger Moslem und verrät den Sittenwächter eine Frau die ohne Ganzkörperschleier baden geht.. Dann hat man auch im Rahmen der (dort) geltenden Gesetze gehandelt und auch nichts von der Staatsmacht zu befürchten – die Frau die einfach nur baden wollte allerdings schon. Was ich damit sagen will ist, dass es eine wesentliche Aufgabe des Rechtstaates ist die Bürger/innen vor Willkür zu schützen. Wenn man gezwungen wird seine Fingerabdrücke abzugeben ohne eine Straftat begangen zu haben, dann ist dies einfach Willkür!
Die Strategie der Konservativen
Die konservativen Parteien ÖVP, FPÖ und BZÖ versuchen mit Sicherheitsgefühlen Stimmen zu gewinnen. Da es in Österreich kaum eine relevante Bedrohung gibt und wir in einem der sichersten Länder der Welt leben müssen neue Feindbilder her. Diese wurden im internationalen Terrorismus gefunden. Obwohl der letzte internationale Terroranschlag 1975 verübt wurde (Opec Gebäude) wird im Namen des internationale Kampf gegen den Terrorismus die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, Telefonabhörungen, Internetüberwachung und vieles mehr vorangetrieben. Die konservativen Kräfte müssen um mit diesen Sicherheitsgefühlen Wahlen zu gewinnen ein Gefühl der ständigen Bedrohung schaffen. Da ist es nicht verwunderlich wenn beinahe täglich neue Statistiken erscheinen die besagen um wie viel die Kriminalität in einer gewissen Bevölkerungsschicht/Region unsw. gestiegen ist. Vor wichtigen Wahlen kommen allerdings aus diesen Kreisen Meldungen wie effektiv die Kriminalität bekämpft wurde und wer weiterhin in Sicherheit leben will der müsse die oben genannten Parteien wählen..


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